Goldener Schlüssel für Stadtfeuerwache Lehrte überreicht

21.08.2019

Erster Bauabschnitt des ÖPP-Projektes findet Abschluss

Am 21. August 2019 konnte in Lehrte die Einweihung der neuen Stadt- und Ortsfeuerwache begangen werden. Damit fand die Realisierung des 1. Bauabschnittes für die neue Feuerwache ihren würdigen Abschluss.
Bereits einige Tage vor der Übergabe des goldenen Schlüssels an die Feuerwehrfrauen und -männer vor Ort, der insgesamt über 200 Gäste beiwohnten, darunter Bürgermeister Klaus Sidortschuk sowie der Stadt- und der Ortsbrandmeister Jörg Posenauer und Marc Wilhlems, fand der Umzug in das neue Feuerwehrgebäude statt. Dieses bietet nun nicht nur der Orts-, sondern auch der Stadtfeuerwehr sowie der Jugendfeuerwehr in Lehrte eine neue Heimat.

Trotz der zahlreichen Vorzüge der neuen Orts- und Stadtfeuerwache fiel den Feuerwehrleuten der Abschied von der alten Feuerwehr sichtlich schwer. Ausdruck dieser Wehmut ist ein Modell der alten Feuerwehr im Maßstab 1:87, welches von zwei Kameraden angefertigt und im Rahmen der Einweihung präsentiert wurde. Das detailreiche Modell soll in der neuen Feuerwache einen Ehrenplatz erhalten und ist damit neben den neu geschaffenen Schulungsräumen und den gegenüber der alten Feuerwache stark vergrößerten Fahrzeughallen bestens aufgehoben.

Insgesamt steht der Gebäudekomplex der Orts- und Stadtfeuerwehr auf einer Grundfläche von 5.700 m², was in einer NUF von 6.400 m² und einem umbauten Raum von 33.000 m³ resultiert. Die beiden hochmodernen Fahrzeughallen bieten Platz für 15 Einsatzfahrzeuge. Diese Zahlen verdeutlichen eindrucksvoll, wie sehr die Anforderungen an die Leistungsfähigkeit der Feuerwehr in Lehrte in den letzten Jahren gewachsen sind. Dies blieb auch den Verantwortlichen bei der Stadt nicht verborgen und so entschied man sich nach längeren Diskussionen für den Bau einer neuen und modernen Stadtfeuerwache im Rahmen eines ÖPP-Modells. Erste Erfahrungen mit alternativen Beschaffungsformen sammelte die Stadt Lehrte bereits im Zuge der Errichtung zweier Kindertagesstätten.

Die VBD wurde im Zuge der Umsetzung des Projektes mit der Durchführung einer vorläufigen Wirtschaftlichkeitsuntersuchung sowie mit dem Ausschreibungsmanagement betreut. Die sich im Rahmen des mehrstufigen europaweiten Verhandlungsverfahrens beteiligenden Unternehmen sahen sich mit Blick auf den zu erarbeitenden Entwurf für die Feuerwache einer Reihe von Besonderheiten gegenüber. So sollte selbiger eine Kombination von Orts- und Stadtfeuerwehr ermöglichen. Zugleich sollte mit dem Projekt neben der Feuerwache auch ein Baubetriebshof realisiert werden, welcher zusammen mit den geplanten Kfz-Werkstätten in einem 2. Bauabschnitt umgesetzt wird. Des Weiteren war die Möglichkeit einer Erweiterung zur Berufsfeuerwehr zu gewährleisten, sollte dies zukünftig notwendig werden.

Der nun fertig gestellte 1. Bauabschnitt zeigt, dass sich derlei komplexe Aufgabenstellungen auch im Rahmen von ÖPP-Modellen gut umsetzen lassen. Auch für die extrem komplizierten Bodenverhältnisse hatte man eine wirtschaftliche und faire Lösung gefunden. Wie bereits im Vergabeverfahren deutlich geworden war, wies fast das gesamte Grundstück stark belasteten Boden auf. In der abschließenden Wirtschaftlichkeitsuntersuchung wurde bereits auf dieses Risiko eingegangen und die politischen Gremien entsprechend informiert. In der Praxis waren die Bodenverunreinigungen noch größer als befürchtet. Der Auftragnehmer hat neben dem Neubau de facto eine komplette Bodensanierung vornehmen müssen. Dies führte zu mehrmonatigen Verzögerungen im Bauablauf und zu erheblichen Mehrkosten in Höhe von ca. 1,8 Mio. €.

Dennoch liefert das Projekt auch einen Beleg für die Kostensicherheit Öffentlich-Privater-Partnerschaften. Die Mehrkosten für den 1. Bauabschnitte für die KG 300 bis 700 belaufen sich auf insgesamt rund 700 €.
Die neue Fahrzeughalle der Lehrte Stadtfeuerwache.
Die neue Fahrzeughalle der Lehrte Stadtfeuerwache. (Bilder: VBD)
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