Bericht vom „Projektbesuch“ in Stadtilm

16.05.2016

Besichtigung der Kita „Friedrich Fröbel“

Am 10. Mai 2016 fand der zweite Projektbesuch dieses Jahres in der Kindertagesstätte „Friedrich Fröbel“ in Stadtilm statt. Die 2014 begonnene Veranstaltungsreihe der VBD spricht immer mehr öffentliche Verwaltungen an. Nach dem Projektbesuch im Ärztehaus Konstanz im April haben wir mit dem Besuch der Kita in Stadtilm ein Besucherspektrum erreicht, was in seiner Größe schon fast an unser jährliches Symposium, welches in diesem Jahr am 10. November 2016 in Berlin stattfindet, heranreicht. Das ist für uns ein Zeichen dafür, dass es zum Einen im Bereich von Kindertagesstätten noch immer großen Investitionsbedarf gibt und dass zum Anderen ein wachsendes Interesse an Beschaffungsmodellen besteht, mit denen sich Kosten- und Terminsicherheit erreichen lassen. Durch den personellen Abbau in vielen öffentlichen Verwaltungen wird zudem verstärkt nach Lösungen gesucht, bei denen auch Koordinierungs- und Baumanagementleistungen durch den Auftragnehmer übernommen werden.  

Herr Petermann, der Bürgermeister von Stadtilm, hat in einem sehr anschaulichen Vortrag die Bewegründe der Verwaltung für den Neubau der Kita „Friedrich Fröbel“ von der Idee über die Planung bis zur Umsetzung dargestellt und mit Entwurfsskizzen und Projektfotos untermauert. Die wirtschaftliche Erfüllung einer öffentlichen Aufgabe durch Kostenersparnisse im Bereich der Investitionskosten, die Möglichkeit zur Optimierung der Planungen im Verhandlungsverfahren und die Beteiligung ortsansässiger Firmen bei der Ausführung sieht Herr Petermann als die größten Vorteile eines solchen Gesamtvergabeverfahrens an.  

Seitens des bauausführenden Unternehmens, der Industriebau Wernigerode GmbH, wurde die Herangehensweise eines mittelständischen Unternehmens im Zusammenwirken mit den einzelnen Planungsunternehmen erläutert. Gleichzeitig wurde auf die Bedeutung der funktionalen Bauleistungsbeschreibung als Erfolgsfaktor für optimale Angebote hingewiesen. Ebenso wichtig sind die Bewertungskriterien, in denen sich die Ziele der Ausschreibung widerspiegeln sollten. Sie stellen für den Bieter eine wichtige Orientierung für die Erarbeitung des Angebotes dar. Herr Kuttner von der Industriebau Wernigerode GmbH hob in seinem Vortag auch die gute Zusammenarbeit aller Projektbeteiligten, also nicht nur der einzelnen Planungs- und bauausführenden Unternehmen, sondern auch der Verantwortlichen des Auftraggebers, des Nutzers und des Beratungsunternehmens hervor.

Der Projektleiter der VBD Beratungsgesellschaft für Behörden mbH, Eike Christian Schnoor, sprach über mögliche Strukturen und Ansätze, die den öffentlichen Auftraggebern helfen, Kosten- und Termine bei der Umsetzung von Hochbauvorhaben zu sichern. Dabei ist insbesondere die Vorbereitung des Projektes von großer Bedeutung. Das klingt einfach, ist es aber nicht immer. Bereits bei der Festlegung des Bedarfs kann es Interessenkonflikte geben, die es aufzulösen gilt, damit ein einvernehmliches Raumprogramm aufgestellt werden kann. Bei der Abstimmung zwischen den beteiligten Verwaltungseinheiten und dem zukünftigen Nutzer ist hier eine neutrale Moderation gefragt.  

Die Vorteile einer komplexen Vergabe wurden von den Vorrednern bereits aus unterschiedlicher Sicht dargelegt. Für den Berater ist es wichtig, diese Bausteine in einem vergaberechtssicheren Verfahren so zu kombinieren, dass das optimale Ergebnis für den öffentlichen Auftraggeber erreicht wird. Mit Beispielen unterschiedlicher Entwürfe, die im Rahmen von Gesamtvergabeverfahren eingereicht wurden, endete der Vortrag der VBD und visualisierte damit nochmals ganz praktisch die Möglichkeiten, einen Architekturwettbewerb mit einem Pauschalfestpreis zu verbinden.

Bevor sich dann alle Teilnehmer in einem Rundgang, geführt von der Kita-Leiterin, Frau Eckstein, vom Ergebnis überzeugen konnten, wurde es nochmal ganz theoretisch, aber nicht weniger interessant. David Michael Näher von der KfW Bankengruppe hat Möglichkeiten des Einsatzes von Fördermitteln im Rahmen der KfW Kommunalfinanzierung vorgestellt. Im Mittelpunkt stand dabei die Förderung von energieeffizienten Neubau- und Sanierungsprojekten, aber auch Möglichkeiten der Förderung von barrierearmen Stadtprojekten.

Die Veranstaltungsreihe wird mit vier weiteren Projektbesuchen in diesem Jahr fortgesetzt.

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Unser Auszubildender trifft die letzten Vorbereitungen, bevor die ersten Gäste des Projektbesuches eintreffen.
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Die neu Kindertagesstätte liegt landschaftlich schön am Ortsrand von Stadtilm.
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Der Außenspielbereich war auch Teil der Planungsaufgabe. Die Errichtung erfolgte separat, um Fördermittel optimal nutzen zu können.
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Unser Geschäftsführer Hartmut Fischer beantwortet Fragen der Projektbesucher.
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Nach den Vorträgen konnte die Kita besichtigt werden und weitere Fragen wurden beantwortet.
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Zu Beginn und in den Pausen war Gelegenheit zum Erfahrungsaustausch bei einem kleinen Imbiss.
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