Wattenmeer-Besucherzentrum eröffnet

26.10.2015

Einweihungsfeier in Cuxhaven

Am 21.10.2015 wurde der Neubau des UNESCO Weltnaturerbe Wattenmeer-Besucherzentrums Cuxhaven offiziell eröffnet. Die Fertigstellung des „neuen Kleinods an der Küste“ (Cuxhavener Nachrichten) erfolgte nach nur neun Monaten Bauzeit termingerecht und innerhalb des gesteckten Finanzrahmens. Vom 23.10. bis 25.10.2015 wurde die Eröffnung mit einem buntem Programm gefeiert, dass sich mehr als 3000 Besucher nicht entgehen lassen wollten.

Notwendig wurde der Neubau, weil die Ausstellungsfläche im alten Zentrum für die durchschnittlich 90.000 Besucher im Jahr zu klein geworden war. Für Oberbürgermeister Ulrich Getsch spielte bei der Neukonzeption auch eine große Rolle, wie man Touristen das Wattenmeer als Weltnaturerbe näher bringen kann. Ein touristisches Angebot für ein Gebiet zu schaffen, „in das man eigentlich kaum rein gehen darf, das war schon eine besondere Herausforderung“, sagte er im NDR-Fernsehen.

Ob diese Herausforderung gemeistert wurde, wird sich an den Besucherzahlen zeigen. Setzt sich der aktuelle Trend fort, kann man zukünftig mit deutlich mehr Gästen als am alten Standort rechnen. Bereits in der Bauphase, insbesondere aber seit Fertigstellung im August 2015 hat sich das Haus – auch dank seiner besonderen Architektur – als neuer Besuchermagnet erwiesen.

Entworfen wurde das Gebäude in Holzbauweise vom Büro Holzer Kobler Architekturen, die in der europaweiten Ausschreibung eines Generalübernehmer-Vertrages gemeinsam mit dem Schweizer Bauunternehmen NÜSSLI das wirtschaftlichste Gesamtangebot für die Planungs- und Bauleistungen sowie für die Zwischenfinanzierung angeboten hatten. Die Bauausführung erfolgte durch die Firma Merkle Holzbau GmbH.

Das neue Haus liegt direkt am Strand im Ortsteil Sahlenburg und bietet einen von der Natur umsäumten Blick über das eigentlich größte Exponat – das Wattenmeer selbst. Innen informiert eine Dauerausstellung auf rund 450 Quadratmetern über drei Etagen über die lokale und globale Bedeutung des UNESCO-Weltnaturerbes. Zu sehen sind unter anderem ein flutbares Tidemodell, Seewasser-Aquarien und eine Wattboden-Installation.

Für den Neubau im Nationalpark mit Blick auf das Wattenmeer waren sowohl umfassende Vorgaben des Natur- und Hochwasserschutzes als auch die detaillierten Beschränkungen des Bebauungsplanes im Entwurf zu berücksichtigten. Zusätzliche Herausforderungen ergaben sich durch den vorab abgesteckten finanziellen Rahmen sowie die Vorgaben der Fördermittelgeber (z.B. für die Ausstellungsfläche). Auch die Konzeption und Gestaltung der Ausstellung auf Basis vorgegebener Inhalte war Teil der Planungsaufgaben, war bereits mit dem Angebot vorzulegen und wurde bei der Bewertung berücksichtigt. Dieser integrierte Planungsansatz erhielt nicht nur fachliche Anerkennung. „Das ist alles genau durchdacht“, sagten auch Besucher des Eröffnungswochenendes im Interview mit den Cuxhavener Nachrichten.

Die VBD Beratungsgesellschaft für Behörden mbH hat die Stadt Cuxhaven als Träger der Informations- und Bildungseinrichtung mit umfassenden technischen und wirtschaftlichen Beratungsleistungen bei der Vorbereitung und Durchführung der Ausschreibung beraten. Dazu zählten vorab die Strukturierung und vergaberechtliche Begründung der Gesamtvergabe, die Erstellung der Vergabeunterlagen einschließlich der funktionalen Bauleistungsbeschreibung und die technische und wirtschaftliche Auswertung der Angebote.
Weitere Informationen: Bericht in den Cuxhavener Nachrichten (externer Link)
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Die großzügige Glasfront auf der Nordseite eröffnet den Blick über das Wattenmeer (alle Bilder: VBD)
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Holz ist das prägende Material des skulptural anmutenden Baukörpers.
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Das Ausstellungskonzept wurde von Holzer Kobler Architekturen schon für das Angebot entwickelt.
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Die großflächig verglaste Treppe in das Obergeschoss bietet auch gute Ausblicke.
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